Schieben Sie Standdienst im Blindflug?
  • Karin Reiter

Schieben Sie Standdienst im Blindflug?

Aktualisiert: März 27



Wie bereiten Aussteller ihr Standdienstpersonal im Vorfeld einer mehrtägigen Messepräsenz vor, damit dieses den „situativen Vorteil fachkundig, motiviert und letztlich auch Gewinn bringend“ umsetzt? Eine repräsentative Studie des Verbands der deutschen Messewirtschaft (AUMA, März 2018) liefert überraschende Erkenntnisse…



Zahlen, Daten, Fakten


👉 [50%] nur knapp die Hälfte der Befragten (N=1.617) leistet freiwillig Standdienst. Der freiwillige Messeeinsatz geht mit einer hohen Arbeitszufriedenheit Hand in Hand.


👉 [33%] ein Drittel kennt die strategischen Ziele des eigenen Messeauftritts nicht. Fehlen die Ziele, sinkt die Bereitschaft, in Zukunft freiwillig Standdienst zu leisten signifikant.


👉 [25%] ein Viertel des Standpersonals wird nicht qualifiziert auf die Messeteilnahme vorbereitet. Der Zusammenhang zwischen fehlender Vorbereitung, Arbeitszufriedenheit und dem Bewusstsein über den eigenen Beitrag zum Unternehmenserfolg ist hochsignifikant.


👉 [60%] deutlich mehr als die Hälfte der Mitarbeiter weiß nicht, ob/wie ihr Unternehmen den eigenen Messeerfolg misst.


👉 [60%] ebenso viele äußern sich nicht zur Frage nach den Erwartungen von Kunden und Interessenten oder geben an, dass sie diese nicht kennen.


👉 [18,8] Tage pro Jahr im Durchschnitt leisten Mitarbeiter*innen Standdienst - freiwillig oder vom Arbeitgeber verpflichtet.



… und ungenutzte Potenziale

Studienautorin Prof. Dr. Kristina Wolff (Kölner Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft) thematisiert die „aktuell praktizierte Fahrlässigkeit im Hinblick auf den angestrebten Unternehmenserfolg zum Messeauftritt“, welcher man entgegenwirken müsse.


Unternehmen verzichteten nicht nur darauf, die „Schlüsselpersonen vor Ort“ adäquat auf die erfolgreiche Ansprache einer bereitwilligen Klientel vorzubereiten, sondern vernachlässigten auch den Einsatz etablierter Qualitätsstandards und Controllingverfahren, um die jährlich bereit gestellten Messebudgets zu legitimieren.


Der situative Vorteil einer Messeveranstaltung liege letztlich doch darin, dass potenzielle Kunden im Unterschied zu anderen Vertriebswegen „sich selbst aktiv in Bewegung setzend“ zu den Messeausstellern kommen, unabhängig davon ob die Firmen aus Prinzip ausstellen oder mit einer definierten Strategie auftreten.


Messe ist ein People Business

Dr. Wolff empfiehlt:


RECRUIT Personen, die Spaß am Arbeitsauftrag Standdienst haben, sorgfältig auswählen!


TRAIN Orientierung geben, Mitarbeitende auf ihre kommunikative Schlüsselrolle und die Messeziele vorbereiten!


VALUE Für (geldwerte) Formen der Anerkennung sorgen, welche die Motivation steigern!


MEASURE & ACKNOWLEDGE Nachvollziehbare Erfolgskriterien als Arbeitsgrundlage und zur späteren Leistungsüberprüfung definieren!


Gute Fragen stellt die Autorin in der Schlussbetrachtung:

  • Wer ist in der Lage, das bestmöglich steuernde Messebriefing zu verfassen?

  • Wer ist geeignet, Kernbotschaften zum Arbeitsauftrag zu definieren und wirksam zu kommunizieren?

  • Wer kann die qualifiziertesten Schulungen zur eigenen Produktpalette, bzw. dem USP der Wettbewerber vornehmen?

  • Und wer kann den Mitarbeitern die stärksten Argumente für die angestrebte Zielgruppe an die Hand geben?

  • Und bilanziert wenig überraschend: Die erforderliche Expertise ist im Unternehmen selbst verankert.


Mobilisiert euch!

Als Berater wissen wir: Messeprojekte müssen kontinuierlich mit Energie versorgt werden.

  • Es braucht das vom Top-Management ausgehende Bewusstsein für die strategische Relevanz von Messe, vernetztes Denken, viel Sachverstand und Fingerspitzengefühl im Umgang mit Veränderungsprozessen sowie

  • ein Steuerungsteam mit Prozessverantwortung und den nötigen Ressourcen. Messeprofis und erfahrene Prozessbegleiter sorgen für die Aktivierung von Ressourcen und Potenzialen. Sie haben ein Auge darauf, dass am Ende auch der Return on Exhibition Investment stimmt.


Die vollständige AUMA Dokumentation 4 „Unternehmensseitige Vorbereitung der Mitarbeiter zum Standdienst für den eigenen Messeauftritt“ von Prof. Dr. Kristina Wolff finden Sie hier.

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